Die Hitze brüllt, es ist so affig heiß.
Na dreißig Grad ? - Wer weiß.
Der Landwirt hat die Wiese streng gegüllt.
Es riecht nicht fein.
Die feiste Luft, drückt schwer, selbst kleine Tiere leiden unter dieser sehr.
Soeben 'räumt der Grünfrosch eine Fehlgeburt schon ein
Man greift zum Glas,
fast überläufig abgefüllt,
Nur spärlich ist die Haut verhüllt,
man pfeift auf Sitte, Anstand, selbst auf rechtes Maß.
Die Hitze lähmt,
schon fällt das Denken aus
und Nonsens kommt da allenfalls noch raus.
Doch niemand im geringsten sich dafür denn schämt.
Wer spürt es nicht,
der Sommer, er ist wirklich da,
der Herbst noch fern, gleichsam unnah.
Dem Sommerstart drum angepasst dies' Grillgedicht.
— Albrecht Thomas
Plan B
Nach Abschluss
der grossen Ferien -
Wohnung
erklärte der promovierte
Architekt und Innendesigner
alle
Möbel
für
verrückt…
(zu mindest erst mal . . .
und rein professorisch)
— LoLuSch
Sommerfuge
Körper schlängeln im Gewässer, andere
halten einander umschlungen auf Stoff
Der Sommer, seine Körper:
gleiches Schema blasser Schemen —
die Netzhaut, scharfgewetzt
beschlägt
Im Schleierschwund die Kontur
der Haut salztaubenetzt
Gischtgewebe und
glänzende Schlieren
Stoff umschlängelt Körper kaum
es schmiegt sich Schaum und schamumsäumt
ein alter Schorf
am Netz aus glatter Haut, ein
Sommerspiel der Anderen, ich bin
Kontrast, ganz Schallsubstanz —
die Schlinge
abseits des Netzes
Ich bin nicht aus
zu halten
— Julian Etzen
Der Sandalismus.
Im Winter
wird er förmlich
mit Füßen getreten -
dagegen
öffnen sich ihm
im Sommer
Tür und Tor…
— LoLuSch
sommer durchlocht
der sommer, hauptsächlich besteht er aus loch,
nur manchmal passiert es ja doch,
dass etwas tatsächlich passiert,
er einfach das loch kassiert
für eine äußerst aufregende meldung.
zum beispiel: Donald bringt sich zur geltung,
indem er sehr glaubhaft beweist,
die erde wär bald schon vereist
wenn wir nicht mehr fossiles verbrennten
was wir als kohle, gas und öl so kennten.
die leute sollten mal eher drauf bauen,
mehr ihm als seiner gegnerschaft trauen,
die da immer was andres sagte,
ihm glatt zu widersprechen wagte.
Zudem ließ sich mit brennstoffen ganz toll dealen,
mit neuen energien den A... bloß verkühlen.
— Albrecht Thomas
Sommer im Polargebiet
Ein Eisbär wünscht sich im Schneesturmtal:
„Den Sommer erleben, ein einziges Mal!“
Kaum hat er das zu Ende gedacht,
weh’n laue Lüfte, milde und sacht.
Da wird es grün, da blüht geschwind
eine Blumenwiese im Sommerwind.
„Nein, wie ist das wunderschön!“
Der Eisbär hat sowas noch nie gesehn.
Nahbei in einem gluckernden Moor
quakt Sommerlieder der Frösche Chor,
und über ihnen, die Schmetterlinge,
sind flatterhaft und guter Dinge.
Der Maulwurf wühlt nach Herzenslust
und fühlt den Sommer in seiner Brust.
Es jodeln alle molligen Robben:
„Dies Sommerwetter ist nicht zu toppen!“
Auf einmal vermissen die silbernen Fische
im piewarmen Wasser die übliche Frische,
und Pinguine, in lauwarmen Pfützen,
fangen unglaublich an zu schwitzen.
Der Eisbär, zwischen zwei Hitzewogen:
„Ich bin ja viel zu dick angezogen!“
Bald rufen Pinguin, Robbe und Wal:
„Wie war es schön kühl im Schneesturmtal!“
— Ute Rohloff
Madeleine Weishaupt hat ein Sommergedicht mit dem Titel „geometriebuch“ als Faksimile eingesandt, das Sie hier finden.
Sünn schient
Sünn schient,
warmet Licht.
Vör de Döör
sitten un geneten.
Tofreden ween.
— Irmi Dreiskämper
stintenwerder
die mücken fliegen hoofdje picken
aus waldgrasnestern aufgestiegen
im sinkend licht scheint’s ihr vergnügen
und wir, mit antisaft bestrichen
durchschreiten freier deren schwärme
sie stürzen ran mit sirrgelärme
doch keine landet, alle kehren
in scharfer wendung fort ins leere
und hinterm baumsaum lockt der see
— Leonhard Ehlen
Barbara Schleth hat 3 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Helene Kremer hat 2 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
meine zeit
meine zeit ist heute
meine zeit ist jetzt
wozu soll ich warten
die segel sind gesetzt
sie führen in die freiheit
heute, jetzt und hier
nur ich selbst entscheide
ich vertraue mir
ich nehm nur leichtes mit an bord
das schwere bleibt zurück
verspüre stille Freude
am horizont das glück
alles ist jetzt offen
der sommer liegt vor mir
meine zeit ist heute
jetzt und hier
— TW
sommertag in thy
licht zeigt
was der wind vermag
in der heide, sommertags
beugsam wedeln alle wesen
blumen, gräser, ginsterbesen
kräuter gehn verhalten
wilde rose schwenkt weit aus
grüßt mit hagebuttapplaus
jedes übt den widerstand
gegen beugung letzter hand
— Leonhard Ehlen
Sommertiet
Sünnschien warmt
Lünken larmt
Heven blau
Wind man lau
Wischen gröön
Hunn’nblomen blöhn
Wiet un siet
Sommertiet
— Christl Twenhöfel
Urlaubspostkarte
Mein Liebster,
überall hier ist Sand. Am Strand
und im Zelt, in meinem Haar. In der Kette
vom Fahrrad. Ich wünschte, dass ich Dich
bei mir hätte und das Mückenspray auch.
Aber schön ist´s am Meer. Ich bin schon
braun, sogar am Bauch. Mach`s gut!
Und klar doch: Ich liebe Dich auch!
— Ulrike Loos
Mittsommermorgen
In meinen schlaftrunkenen träumen
treffe ich dich an der schwelle
des mittsommermorgens
wir tanzen unter buchengrünem
himmel in barfüßigem moos
sommerblau flüstert sich
der tag aus dem see
verwebt den gesang von frische
ins gefieder zweier schwarzer amseln
aus ihren scharfen schnäbeln
wachsen eistropfen
wir laben unsere heißen münder und
gurgeln eisphantasien
mit denen wir unsere
laken kühlen
— Angelika Knaak
Ach, Sommer…
du chlorblaugefliesster Jugendtraum
der damals ewig zu währen schien
zwischen Capri und Himbi
Pommes und -körperduftdurchzogen.
Mit deinen unschuldigen so-um- die-fünfundzwanzig
umschmeicheltest du einst
meine Haut
und die begehrenswerte der anderen.
Unschuldig, damals, warst du ein Versprechen
auf leichtes, einfaches Leben
emporgetragen
vom Flirren der Hitze.
Hinter dir gelassen hast du deine Unschuld
übertreibst, was ich so an dir schätzte
verwandelst Muße in Angst, Sorge und Zweifel
wo einst Sonnenstrahlen trafen, will du heute strafen ?
Ach Sommer, du hattest uns wärmend umarmt
sanfttemperiert umgarnt
freihändig singend das Zirpen übertönend
am Nektar des Lebens kosten lassen.
Damals. Ach, Sommer !
— Reiner Freund
Susanne Beck hat 2 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Wolfram Eckloff hat 2 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Ü 40
Die Hitze zieht uns die Schuhe aus,
lange Hosen, Hemden und Socken.
Aus der Haut (nicht fahren), doch
auch noch hinaus, dann sind wir,
trotz Schwüle, trocken. Wir sehnen uns
ein Schwimmbad herbei, das Meer,
ein Eis, den See ... und nähmen,
bekommen wir all das nicht, zur Not
vielleicht auch Schnee.
Andrea Schatz hat 2 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Margitta Heinemann hat 3 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Am Strand
Füße im Sand
Welle rollt heran
Rauschen umfängt
Nur Wasser und Wind
Über dir blau
Düne sandgrau
Sonne im Spiegel
zum Horizont
Wärme umfängt
Liegen gedrängt
Gedanken ersteh’n
Zeit zu geh’n
— Ulrich Wolf
LOLUSCH hat einen Prosa-Text (außer Konkurrenz) eingesandt, die Sie hier finden.
Wellen wogen
Wind weht von der See aufs Land
Wellen wogen vom Meer zum Strand
Immer stärker springt die Gischt
Steigt noch höher, Turm erlischt
Leuchtturm erloschen, zu hoch die See
Wellen wogen, kein Strand, nur Meer
— Ulrich Wolf
WENN WIR LEBEN
Wenn wir leben,
springt im Sommer
ein Fisch
aus dem Wasser
und wieder hinein.
Vielleicht
nur aus Freude –
doch was
heißt im Sommer
schon
»nur«?
Ruth Rousselange hat 3 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Georges de Brouillard hat 2 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Erdbeerminze
Ein kleines Pflänzlein
hier am Ort
weckt Assoziationen
da und dort
Von kühlem Eis
und holdem Kuss
von Erdbeerminzlimonade
welch ein Genuss!
Von fröhlicher Geselligkeit
mit Sonnenhut
und Sommerkleid
Mit Gespräch
und überschwänglichen Gedanken
mit ruhigen Momenten
und Kraft tanken
— Elisabeth Oltzen
Am Ende eines Sommers
Ich gebe zu:
Da fehlte mir die Kraft,
Die letzte Leidenschaft.
Und was geschah,
Geschah
Ganz ohne meinen Willen.
Das Unabänderliche,
Des Lehrers schärfste Waffe,
Entzaubert nun die Sinnlichkeit
Und alles,was ich war.
Und trotzdem
Zuckt das Tanzbein noch.
Und dennoch
Spiel ich mit Gedanken,
Die Lichtgeburten gleichen.
— Andreas Oltzen
Warten
Ich warte auf den Sommer
obwohl er mich
bereits umzingelt
seine Hitze träge dahinfließt
während tausend Ideenflausen
darauf warten
aus meinem Kokon
der Reglosigkeit
auszubrechen
Die meinen inneren Sommer
bereits beleben
ich weiß Bescheid
es gäbe so viele Dinge
umzusetzen
in diesem Sommer
der hoffentlich
einen langen Atem hat
um mich aus meiner
Lähmung ins Tun zu bringen
während ich weiß
es wird derselbe Sommer sein
an dessen Ende
ich mir sage
welche Fülle
er doch gebracht hat
Fülle, auf die ich
gewartet habe
— Andrea Schatz
hitzehalluzinationen
ein pferd summt vorbei
der laptop gurgelt
der fernseher kläfft
windböen lallen
ein kind klappert
die spülmaschine bremst
ein auto quengelt
der nachbarhund dröhnt
die zeit erleidet einen hitz
schlag stolpert und
schlägt lang hin
— Renate Meier
in den tag hinein blühen
mit argwohn
betrachte ich den klatschmohn
am straßenrand
wie er sich verschwendet
wie er mich blendet
mit seinem feuerroten gewand
meint wohl er könne heute alles geben
und wovon will er morgen leben
ist das nicht viel zu riskant
den tag so arglos zu beginnen
nicht zu fragen, was zu gewinnen
sein könnte, sondern nur, in wessen hand
am nächsten morgen
die samen liegen
werden?
— Helene Kremer
Monika Petzold hat 3 Sommergedichte eingesandt, die Sie hier finden.
Das Blatt
Kapitel 1
Es rollt sich zart
mit einem verschämten Hinweis auf sich selbst.
Es hat sich gefiedert,
zerglättet, entfaltet...
... streckt seine biegsamen Streben ins Blaue
weit über den Horizont.
Stützt sich auf zweigendes breites Vertrauen.
Grazil und gekonnt
deutet es mitten ins Himmelsgesicht,
dehnt sich selbst erklärend bis zum Zenit.
Entsaftet den Boden, saugt schattend das Licht,
zieht milchigen Dunst in sein Wohngebiet.
Ein geädertes Netzwerk im Meer von Giganten
maschenhaft kommunizierend,
denn durch langlinige Kanäle und Ritzen
wechseln stumm verfasste Inhalte Besitze.
Sie erflüstern ein Hoch auf die Blattkronen
in der Sprache des Sommers,
in Klimazonen.
Kapitel 2
Du tunkst deinen Finger ins Sirupfass.
Du langst in die Süße des Jahres.
Der pflanzliche Sud aus den triefenden Gründen
versickert in hohläugig lugenden Pfründen
des kleidsamen Nimmersatt.
Die Warmzeit treibt Blüten, oft grell und auch krass
verblättern die Farben, vergilbt alles Gras.
Zum Gipfel, zum Abgrund, wer findet die Spur?
Die menschliche Kunst ist ganz eigner Natur
und wendet mit Leichtsinn
das Blatt.
— Hanna Bürger
Sondermeldung
Erdbeben im Herzogtum Lauenburg!
Ausgelöst durch einen tonnenschweren Findling,
der einer Bewohnerin im Herzen des Herzogtums
vom Herzen fiel.
— Angelika Asmus, Müssen
Sommer
Sommer
Regen
Natur
Ruhe
Erlebnisse
Eis
Sonne
Erholung
Garten
Nachtigall
Lebensqualität
Tomate
Erdbeere
Entspannung
Glück
Kinderlachen
Neugierde
Endlos
Sommer
— Elisabeth Bartels, Klempau (ohne KI-Unterstützung geschrieben)