Sommerlied eines Wiesenschwärmers
Auf meiner Bank im wilden Garten, Dem schönsten Ruheplatz hinter dem Haus, im Windschutz von Hasel- und Jasmin-Gebüsch, träum´ ich so gern und ruh´ mich aus. Dort kann ich lange auf sie warten, bis sie aus den Feldstein-Ritzen kommt, die kleine grüne Zauneidechse auf den warmen Steinen! Sie sonnt sich täglich dort und wartet, genau wie ich … … Auf alles, was da brummt und summt auf dem Hügel in der Sonne – mit Wiesensalbei, Ehrenpreis, Fingerhüten, Wilder Möhre. Auch Königskerzen angeflogen; ich hab´ sie nicht gepflanzt. Der Thymian beginnt zu blühen, und des Oreganos Ausbreitungs-Bedürfnis freut sich auf die Blütenpracht, als Schmetterlings-Weide, die es folglich mitgebracht: Tagpfauenauge Admiral, Zitronenfalter Schwalbenschwanz, Hauhechel-Bläuling und Kleiner Fuchs… Auch Perlmutt- und der Distelfalter futtern eifrig von den Blüten. Wie herrlich ist es anzuschau´n, das bunte Schmetterlings-Geflatter! Erd- und Ackerhummeln brummen, summen auf Flockenblumen, Rotem Klee. Und vor den Insekten-Hotels tummeln sich Wildbienen-Schwärme, Wespen, Fliegen! Ein Paradies ist´s – auch zum Verstecken – für Echsen, Vögel, Weinbergschnecken! Doch hört: Gartengrasmücken verkünden laut vom frühen Morgen bis zum Abend: Wir sind ein Paar! Und auch der Kuckuck ist noch da. Er ist kein Traum, der Reichtum der Natur, wenn wir nur Pfade mähen durch die Gräser, die blühend sich im Winde biegen… Ich möchte einfach nur dazwischen liegen und dankbar in den blauen Himmel schau´n, respektvoll mit den Wolken ziehen und all das Böse auf der Welt vergessen…
— Monika Petzold
