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08. Juni 2026

Sommergedichte von Monika Petzold

3 eingesandte Summertime-Gedichte.

Sommerlied eines Wiesenschwärmers

Auf meiner Bank im wilden Garten, Dem schönsten Ruheplatz hinter dem Haus, im Windschutz von Hasel- und Jasmin-Gebüsch, träum´ ich so gern und ruh´ mich aus. Dort kann ich lange auf sie warten, bis sie aus den Feldstein-Ritzen kommt, die kleine grüne Zauneidechse auf den warmen Steinen! Sie sonnt sich täglich dort und wartet, genau wie ich … … Auf alles, was da brummt und summt auf dem Hügel in der Sonne – mit Wiesensalbei, Ehrenpreis, Fingerhüten, Wilder Möhre. Auch Königskerzen angeflogen; ich hab´ sie nicht gepflanzt. Der Thymian beginnt zu blühen, und des Oreganos Ausbreitungs-Bedürfnis freut sich auf die Blütenpracht, als Schmetterlings-Weide, die es folglich mitgebracht: Tagpfauenauge Admiral, Zitronenfalter Schwalbenschwanz, Hauhechel-Bläuling und Kleiner Fuchs… Auch Perlmutt- und der Distelfalter futtern eifrig von den Blüten. Wie herrlich ist es anzuschau´n, das bunte Schmetterlings-Geflatter! Erd- und Ackerhummeln brummen, summen auf Flockenblumen, Rotem Klee. Und vor den Insekten-Hotels tummeln sich Wildbienen-Schwärme, Wespen, Fliegen! Ein Paradies ist´s – auch zum Verstecken – für Echsen, Vögel, Weinbergschnecken! Doch hört: Gartengrasmücken verkünden laut vom frühen Morgen bis zum Abend: Wir sind ein Paar! Und auch der Kuckuck ist noch da. Er ist kein Traum, der Reichtum der Natur, wenn wir nur Pfade mähen durch die Gräser, die blühend sich im Winde biegen… Ich möchte einfach nur dazwischen liegen und dankbar in den blauen Himmel schau´n, respektvoll mit den Wolken ziehen und all das Böse auf der Welt vergessen…

Monika Petzold

Im Naturgarten

Sommerfreuden im Wild-Gestrüpp für Pflanzen, Tiere und auch Menschen, so reichlich, dass das Herz mir hüpft vom Überfluss im Grün-Geranke! Kräuter, Beeren und Salate gedeihen kaum mit Schneck-Befall, weil sich alles gegenseitig ausgeglichen hält im Zaume. Löwenzahn und Giersch und Miere, welch ein leckerer Salat! Und ein Glück, wenn man dann auch noch viele Gänseblümchen hat. Glockenblumen, Fingerhüte, Nesseln und auch Gundermann mögen Rehe nicht besonders, wie ich abends zuschau´n kann. Und nach dem lauten Vogelzwitschern von morgens früh bis spät am Abend, lausch´ ich zuletzt dem Amsel-Sang… Da: Auch die Eule ruft, hält Wacht!

Monika Petzold

Die Fliegen

Sie brummen und summen, klirren und sirren her und hin und wieder zurück! Zielloses Jagen – was ist sein Sinn? Verhasst sind sie vielen, den meisten nur Last. Wertloses Dasein? Vergeudete Kraft? Bist du denn klüger und zürnest dem nicht? – Du öffnest das Fenster, schaust lächelnd hinaus… Ja doch, niemals ist Sinnloses durch gleichwertig Tun, jedoch mit Vernunft zu ertragen!

Monika Petzold