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30. Juni 2026

Sommergedichte von Susanne Beck

2 eingesandte Summertime-Gedichte.

Zeit am Meer

Am Meer gehen alle Uhren kaputt, ihr Sand liegt ruhend am Strand, meine Arme hängen wie Zeiger, die nichts mehr zeigen müssen. Ich bleibe stehen. Lausche dem Rauschen. Der Rhythmus der Wellen ist auf unendlich gestellt. Ich atme ein, aus, ein, aus … Ich suche keine Bernsteinschätze. Ich gehe weiter und begegne mir.

Susanne Beck

Sommermelodie

Am Abend badet die Sonne als Letzte im See. – Während sie in die Tiefe taucht, steigt der Nachtriese an Land und wirft eine Handvoll Diamanten an den Himmel. Dann knipst er die Mondlampe an. Der Nordwind föhnt unsere Haare, du lehnst dich an mich und mir wird warm. Der Sand ist weich, viel weicher als unser Sofa zu Hause. Schweigend lauschen wir den Wiesenharfen, dem sanften Rauschen der Wellen, und einer vertrauten Melodie. Du summst sie schon den ganzen Tag. Zusammen dichten und singen wir ohne Ende und nennen das Lied: Der Sommer hat keine Wände.

Susanne Beck